Duplizität, Wäsche und Armut

"Das Tod des Kinos trat 1983 ein, als die Fernbedienung im Wohnzimmer eingeführt wurde".

Peter Greenaway


Woche 17/2009 (30.4. - 6.5.)

Die Neustarts:




Eine Mischung aus Spionagegeschichte und romantischer Screwball Comedy ist der neue Film von MICHAEL-CLAYTON-Regisseur Tony Gilroy, und man müsste DUPLICITY eigentlich auch mit dem aus der Mode gekommenen Begriff "Autorenfilm" bezeichnen, denn das vertrackte Drehbuch hat Gilroy, auch Schreiber der JASON-BOURNE-Reihe, wieder selbst konstruiert.
In den Hauptrollen ist der Film mit den Stars Clive Owen und der Ex von Lyle Lovett besetzt, und die sollen ihre Sache beide sehr gut machen; vor allem letztere wird viel gelobt; ihr sei es gelungen, sich vom zappeligen Stil ihrer früheren Rollen zu emanzipieren, heißt es. Hanns-Georg Rodek beschreibt die Wandlung in der Berliner Morgenpost so: "Aus dem verspielten Fohlen ihrer frühen Jahre ist eine Frau geworden, die weiß, was sie will". Glück gehabt, gemeinhin werden aus Fohlen bestenfalls Stuten.
Die beiden Protagonisten wechseln vom Agentenfach zur Industriespionage und kämpfen mit schwer oder gar nicht durchschaubaren Listen und Tücken gegeneinander und manchmal auch miteinander um die Formel für ein neues Shampoo, das dem Inhaber einen gehörigen Reibach verspricht. Beim Lesen von Kritiken ist es mir gelungen, die Absätze zu überspringen, in denen eine offenbar sehr clevere Eingangssszene beschrieben wird; wer sich noch anderswo etwas schlauer machen will, möge vorsichtig sein; da es sich um den frühen Höhepunkt des Films zu handeln scheint, wäre es diesmal unerfreulich, wenn man zuviel über den Anfang wüsste.

Die Kritiken sind durchwachsen, hüben wie drüben; zwar bezeugen die Verfasser durchgehend die filmischen Qualitäten und loben Buch wie Cast; nur wird häufig bemängelt, das Ganze sei einfach zu kompliziert und der Film lasse einen kalt. Ein Hollywood-Mainstream-Starvehikel, dem man seine Komplexität zum Vorwurf machen kann, scheint mir heutzutage ein kleines Wunder zu sein; ich freu' mich auf ein unbeschwertes und intelligentes Vergnügen. DUPLICITY läuft im Streits OF und in deutscher Fassung im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg und in den UCI-Multiplexen. Hier die Auflistung der Kinos anderswo.


Susan Gluth portraitiert in dieser Doku aus Hamburg das Leben und damit vor allem die Arbeit dreier älterer Frauen, die bei einer Wäscherei in Groß-Flottbek angestellt sind. Der Film scheint alle Qualitäten einer gelungenen Dokumentation aufzuweisen und gewährt einen nüchternen Einblick in ein Dasein, das von harter Arbeit für sehr wenig Geld in einem sehr reichen Land geprägt ist. Thomas Blum zitiert in konkret (Artikel nicht online) Monika, die den Job schon seit dreißig Jahren macht: "'Bildzeitung' kost' 60 Cent – leg' ich noch 60 Cent druff, krieg' ich 'n Brot für". Und kommentiert: "Noch nicht einmal mehr das für sie gemachte Drecksblatt können sich die Armen also leisten".
WASSER UND SEIFE läuft im 3001. Hier die wenigen Kinos andernorts.



Außerdem neu:




In TAGE ODER STUNDEN darf Albert Dupontel als Mitinhaber einer Marketingagentur mal plötzlich so richtig ausrasten, dem Kunden die Präsentation um die Ohren hauen, die Kinder für ihre selbst gemalten Bilder zusammenscheißen, statt sie zu loben und seine Frau glauben lassen, er betrüge sie. Das soll sehr intensiv gespielt und gefilmt sein und ein reines Vergnügen, auch wenn der Ausbruch dann doch etwas weniger radikal ausfällt als in THEMROC oder FALLING DOWN. Dann aber folgt eine banale, aber natürlich höchst ergreifende Erklärung für das Verhalten, und der Schauplatz wechselt von Paris zu pittoresken irischen Landschaften, und dieses Kippen von Hui zu Pfui werde ich mir lieber ersparen. Regie führte Wenigfilmer Jean Becker, der alte Recke, der in den frühen Achtzigern EIN MÖRDERISCHER SOMMER mit Isabelle Adjani drehte und zuletzt mit sentimentalem Schmock in DIALOG MIT MEINEM GÄRTNER enttäuschte.

TAGE ODER STUNDEN läuft im Elbe und im Holi; hier die weiteren Kinos.

GHOSTED ist eine lesb- und mystische Liebesgeschichte von Monika Treut um eine deutsche Künstlerin in Taipeh und Hamburg, eine tote Freundin und eine seltsame Doppelgängerin. Soll laut Esther Buss im filmdienst "auf der visuellen Ebene fließend und fast traumwandlerisch" erscheinen, aber an einem etwas hölzernen Plot kranken. Inga Busch in der Hauptrolle, die mir hier vor ein paar Monaten ihren Lieblingsfilm verraten hat, wird aber schwerst gelobt und "trage den Film".
Das ursprüngliche Paar lernt sich, wie eine Rückblende zeigt, übrigens im alten Metropolis-Kino in der Dammtorstraße kennen. Gedreht wurde kurz vor dem Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes.

GHOSTED läuft im Abaton. Hier die Kinos anderswo.


Ein arbeitsloser Fünfzigjähriger wird vom Vermieter genötigt, sich nicht nur um die eigene alte Mutter, sondern um drei weitere pflegebedürftige Damen zu kümmern. Das Regie-Debüt des Drehbuchautoren von, unter anderem, GOMORRHA, Gianni di Gregorio, der auch gleich die Hauptrolle übernommen hat, wird allseits gelobt; nur schrecke ich ein wenig zurück, wenn ich allenthalben von "zärtlichem Humor" und "Würde" lesen muss; mir gefallen Filme mit bösartigem Witz über ganz und gar unwürdige Alte besser, fürchte ich. Aber das Publikum von BROT UND TULPEN wird sicher seine Freude dran haben.

EIN FESTMAHL IM AUGUST wird vom Abaton gezeigt; hier die Kinos in anderen Städten.


Noch ein Hamburgfilm: Im Schatten der Mundsburgtürme, die auf dem Plakat, wie ich finde, ein verdammt gutes Bild abgeben, vor allem mit dem dunklen Photoshophimmel, hängen ein paar Heranwachsende ab und durchleben eine Allerweltsdreiecksgeschichte. Die scheint aber auch nur der Vorwand für ein Portrait einer Szene zu sein, in der sich alles ums Rappen dreht. "Die Aggressivität, das Gefühl und die Eloquenz, die scharfe Gesellschaftskritik und Agitation, das Pathos in den Texten und Rhythmen der Rap-Songs kontrastiert mit langen Einstellungen und einer nüchtern-geduldig beobachtenden Kamera, die auf jede coole Stilisierung verzichtet und ein Szenario weitgehender Trägheit einfängt, sich mit fast ethnologisch anmutendem Forschergeist auf die Figuren einlässt und ihre Orientierungslosigkeit in der Gestaltung des eigenen Lebens offenlegt", lobt Felicitas Kleiner im filmdienst. Ich habe aber überhaupt keine Lust, mir Filme über Rapper oder Punks oder Mods anno 2009 anzuschauen; das erscheint mir thematisch etwa so relevant wie Dokus über Pfadfinder oder Jugendchöre. Bei einer Mod-Doku gäbe es aber wenigstens gute Musik zu hören. Und hübsche Zweiräder zu sehen. Na, kann ja nicht mehr lange dauern.

MIKROFAN läuft im 3001 und bislang auch nur da.


Das Geld dieses Films, der vor allem im spanischen Bürgerkrieg spielt, kommt nicht nur aus Spanien, sondern auch aus Frankreich und Deutschland, weshalb etwa auch Jean-Marc Barr oder Nina Hoss mitspielen dürfen. Es scheint sich um ein verquastes Machwerk zu handeln, das ganz großes Kino mit noch größeren Gefühlen, schweren Schicksalen, historischen Ereignissen und allgemein gültigen Ausssagen sein will und sich dabei gehörig überhebt. "Ein tief bewegendes und faszinierendes Historienepos um Liebe, den Glaube an die gerechte Sache und die heilsame Kraft der Familie", sagt der Pressetext. Iggittigitt.

DIE FRAU DES ANARCHISTEN läuft bei uns im Passage. Hier die übrigen Kinos.




Ich kenne die beiden viel gepriesenen X-MEN-Filme von Bryan Singer nicht und vermutlich würden sie mir auch nicht gefallen, aber sollte ich mich je anfangen, mich für die Comic-Saga zu interessieren, wäre X-MEN ORIGINS: WOLVERINE nach allem, was man so lesen kann, ein denkbar schlechter Einstieg. Inhaltlich soll's öde und vorhersehbar sein; formal werden alle Blockbuster-Konventionen stumpf erfüllt, und noch nicht einmal die Effekte sollen immer überzeugen. "Ein offensichtlicher Versuch, noch den letzen Tropfen Box-Office-Saft aus einem stockenden Franchise-Geschäft zu quetschen", meint Peter Travers vom Rolling Stone. Aber Hugh Jackman in der Hauptrolle wird immerhin gelobt. Zum Beispiel von der Bildzeitung: "Hugh Jackman in einem mutantischen Actionthriller, mit dem sexiest Körper der Welt! (2-mal nackt!)".

OB IHR WOLLT ODER NICHT ist eine deutsche Komödie über Sterbehilfe, also der Versuch ein vermeintlich gesellschaftlich relevantes, großes ernstes und emotionales Thema mit dem deutschen Gruselgenre schlechthin zu verbinden. Wie und wann und in welchem Ausmaß dieser Versuch scheitert, will ich gar nicht so genau wissen. Die Sterbende ist Katharina Schubert; Senta Berger und Christiane Paul spielen auch mit; letztere habe ich noch in keinem Film gesehen, habe aber fest sitzende positive Vorurteile sie betreffend, seit sie vor zwei Jahren von den Zimmermännern so hübsch besungen wurde:

OB IHR WOLLT ODER NICHT läuft im Koralle, im UCI Othmarschen und im UCI Mundsburg. Hier die weiteren Kinos.


Außerdem kommt noch eine weitere Köterkomödie aus dem Hause Disney in die Kinos, diesmal offenbar besonders doof und auffallend schluderig umgesetzt. Es ist ja nicht so, dass die Steve-Jobs-Ära des Konzerns bislang eine Springflut toller Filme hervorgebracht hätte. Ganz im Gegenteil. (Was aber ist das Gegenteil einer Springflut?)

BEVERLY HILLS CHIHUAHUA läuft in sämtlichen Multiplexen, überall.


Til Schweiger spielt einen Radrennfahrer und muss nach einem Unfall "ohne ein amputiertes Bein leben", wie es in der "Welt kompakt" auf der wöchentlichen Filmseite wunderschön formuliert wurde. Die durch den Beinverlust verminderte Attraktivität gleicht der Darsteller mit einem flotten neuen Langhaarschnitt locker aus.

PHANTOMSCHMERZ läuft im UCI Mundsburg und im UCI Othmarschen; hier die übliche Auflistung anderer Spielorte.


Wöchentliche Provinzialitätsmessung:


Anderswo startet diese Woche außerdem EIN NEUSS DOKUMENT (Kinos), eine Doku über Wolfgang Neuss, eine Prenzlauer-Berg-Tragikomödie mit dem Titel HELDEN DER NACHBARSCHAFT, ein später Kinonachzügler einer österreichischen Fernsehserie, ECHTE WIENER, DIE SACKBAUER-SAGA (Kinos), Gesellschaftskritik aus Taiwan mit dem Titel GOD MAN DOG (Kinos) und ein türkisches Melodram, GÜZ SANCISI (Kinos). In Hamburg starten also wieder nur 67 Prozent der neuen Filme. Und in Berlin alle, wie immer. Bis auf MIKROFAN, der läuft, wie gesagt, nur exklusiv in der Kinoprovinz.


Weiterhin:


THE WRESTLER noch ein letztes Mal am Dienstag spät im Abaton, sogar OmU. (Kinos anderswo)

C´EST LA VIE – SO SIND WIR, SO IST DAS LEBEN nur noch ein paar mal nachmittags im Abaton. (Kinos anderswo)

BEDINGUNGSLOS – JUST ANOTHER LOVE STORY in der letzten Woche nur noch nachmittags im 3001. (Kinos anderswo)

IL DIVO – DER GÖTTLICHE im Passage und im Zeise. (Kinos

RACHELS HOCHZEIT nur noch nachmittags am Wochenende im Blankeneser. Wahrscheinlich die allerallerallerletzte Gelegenheit. (Kinos anderswo)

SLUMDOG MILLIONAIRE bei uns im Abaton OmU und in deutscher Fassung im Magazin, Alabama, Zeise und in allen Multiplexen. (Kinos anderswo)

GRAN TORINO immer noch im Magazin, Holi, UCI Mundsburg und am Montag sogar südlich der Elbe, im Cinemaxx Harburg. (Kinos anderswo)


Nicht mehr bei uns, aber noch anderswo zu sehen: DER KNOCHENMANN (Kinos), THE FALL (Kinos), REVANCHE (Kinos), JERICHOW (Kinos), DIE KLASSE (Kinos), WALTZ WITH BASHIR (Kinos), BOLT (Kinos), VICKY CRISTINA BARCELONA (Kinos), DER FREMDE SOHN (Kinos), SO FINSTER DIE NACHT (Kinos), 35 RUM (Kinos), ALTER UND SCHÖNHEIT (Kinos), IT´S A FREE WORLD (Kinos), O´HORTEN (Kinos), STELLET LICHT (Kinos), SECRET SUNSHINE (Kinos) und DIE PERLMUTTERFARBE (Kinos).



Außer der Reihe:




Das Magazin zeigt am Samstag zur besten Zeit, um 20:30 Uhr, noch einmal den vielleicht schönsten Gebrüder-Coen-Film, die unglaublich komische Hommage an Raymond Chandlers "The Big Sleep", nämlich THE BIG LEBOWSKI. Der Film mit dem Dude.

Im Metropolis startet eine Reihe mit Defa-Filmen unter dem Titel "Jugend – Liebe – Arbeit – Sozialismus"; los geht's mit BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER von 1956, für den Wolfgang Kohlhaase das Drehbuch schrieb. Ein halbes Jahrhundert später war er der Autor eines weiteren Prenzlauer-Berg-Films: SOMMER VORM BALKON.

Und eine Lars-von-Trier-Retrospektive nimmt auch ihren Anfang mit ELEMENT OF CRIME und DOGVILLE. Die Halbdänin darf sich freuen: Zur Aufführung kommen ausschließlich untertitelte Fassungen.


Dies und das:


Beim Blättern in den sich bei mir stapelnden alten Zeitungen stieß ich jetzt erst auf die "Herzblatt-Geschichten" vom 19. April, geschrieben wie üblich von Peter Lückemeier, dem FAS-Autoren, der viel Leserpost bekommt wegen seiner attraktiven Redaktionsassistentinnen. Und diesmal ging es neben den üblichen Zitaten aus der "Knallpresse" über Liebesleid und -weh diverser Prominenter auch um die Bemühungen von Til "Leberwurst" Schweiger, einen eigenen Filmpreis zu stiften, damit Meisterwerke wie KEINOHRHASEN oder 1 1/2 RITTER auch mal Auszeichnungen abbekommen: "Wie der heißen soll? Sie glauben es nicht: 'Der Kino'. Dafür darf jeder seine Stimme abgeben, der Internet macht es möglich. Unbekannt scheint nur noch zu sein, wie hoch das Preissumme sein wird und ob es am Ende einen Gala gibt."



Umsonst und zuhause:


Am Donnerstag:



WINTERREISE, mit Josef Bierbichler als polternder Pleitier in einem gar nicht so winterlichen Kenia. Zum ersten Mal im Fernsehen, auf
arte, ShowView 330.189


Auch am Donnerstag:



Das Drama um Schuld und Skateboards von Gus van Sant, auch zum ersten Mal im TV, PARANOID PARK auf 3Sat um 22:25 Uhr, ShowView 35.776.721


Am Freitag:



Ein Krimi, der zwar auf wahren Begenheiten beruht, aber trotzdem nicht schlecht sein soll, ZWÖLF WINTER, mit Axel Prahl und Jürgen Vogel. Regie führte Thomas Stiller. Direkt fürs Fernsehen produziert, eine Premiere auf arte um 21:00 Uhr, ShowView 2.232.401


Auch am Freitag:



Leider mit Werbeunterbrechungen auf Super RTL, zwei Kinoproduktionen von Bill Melendez und Charles M. Schulz mit den Peanuts: CHARLIE BROWN UND SEINE FREUNDE sowie SNOOPY. Besser animiert wurde die altkluge Kinderschar nie. Bei SNOOPY nerven leider die Musicalelemente in der eingedeutschten Fassung beträchtlich. Um 20:15 Uhr respektive 21:45 Uhr, Showview 53.032.333 / 31.285.975


Auch am Freitag:



Ein Programmkinohit aus den Achtzigern, eine fiese Endzeitvision aus Neuseeland: QUIET EARTH – DAS LETZTE EXPERIMENT. Auf arte um 00:55 Uhr, ShowView 6.918.314


Am Samstag:



Ein unterschätzter später Klassiker der Gebrüder Marx, eine Westernparodie randvoll mit Gags und mit zwei wunderbaren Verfolgungsjagden. Vor einer Ewigkeit war ich in einer Vorstellung im knallvollen Metropoliskino, bei der mehr gelacht wurde als bei allen anderen Kinobesuchen, an die ich mich erinnern kann. Selten im Fernsehen zu sehen. DIE MARX BOTHERS: GO WEST auf 3Sat um 4:35 Uhr, ShowView 64.361.338


Am Sonntag:


Gleichzeitig einer der komischsten und darum besten und einer der doofsten Laurel-und-Hardy-Filme. Einerseits gibt es die wunderbaren Kniechen-Näschen-Öhrchen-Spiele, die missratene Exekution und die Lachanfälle nach dem Besuch im Weinkeller, andererseits besonders furchtbare und nicht endenwollende Operetteneinlagen, die einem das geniale Paar schiere Ewigkeiten vorenthalten. FRA DIAVOLO aka THE DEVIL'S BROTHER aka BOGUS BANDITS bzw. THE VIRTOUS TRAMPS oder in der deutschen TV-Fassung DICK UND DOOF: HÄNDE HOCH – ODER NICHT läuft auf
3Sat um 11:30 Uhr, ShowView 4.901.357


Auch am Sonntag:



Der Lieblingsfilm von Denis Scheck, auch wieder auf 3Sat um 14:30 Uhr, ShowView 8.495.135


Auch am Sonntag:



Zum ersten Mal im Fernsehen: BORAT von und mit Sacha Baron Cohen. Ich hab' ihn spät gesehen, weil ich ihn wegen der Doku-Form nicht synchronisiert vorgesetzt bekommen wollte, und in der Kinoprovinz gab's ihn weder OmU noch OF zu sehen. Nach all den Vorschusslorbeeren war ich dann doch etwas enttäuscht: Ich fand ihn einfach nicht sonderlich witzig.
Auf RTL um 20:15 Uhr, ShowView 5.462.864


Auch am Sonntag:


Der erste Film mit Josef Hader, nach dem gleichnamigen Bühnenstück, das er zusammen mit Alfred Dorfer geschrieben und gespielt hat. Sehr böse und sehr komisch; bei einem wie Hader gehen Krebserkrankung und Komik eben doch zusammen. INDIEN, auch wieder auf 3Sat um 23:05 Uhr, ShowView 7.567.406


Am Montag:




Einer der schönen Claude-Sautet-Filme aus seiner besten Zeit, nicht ganz so bekannt, vielleicht weil statt Romy Schneider "nur" Yves Montand, Michel Piccoli, Gérard Dépardieu, Serge Reggiani und Stéphane Audran mitspielen. Romantisch, leicht, ernsthaft und irritierend, eben im ganz eigenen Sautet-Stil, der oft kopiert und nie mehr erreicht wurde. VINCENT, FRANCOIS, PAUL UND DIE ANDEREN, auf
arte um 21:00 Uhr, ShowView 8.251.029


Am Dienstag:



Ein Blick in eine Arbeitswelt, der einen beschämt verstummen lassen sollte, wenn man das nächste Mal über vermeintlich unerträgliche Umstände des Schreibtischjobs klagt. Der Regisseur der Doku, Shaheen Dill-Riaz, stammt selber aus der Nachbarschaft der Abwrackwerft in Bangladesh. EISENFRESSER auf
arte um 21:00 Uhr, ShowView 2.147.389


Auch am Dienstag:



Der Lieblingsfilm von Werner Grassmann. Auf N3 um 23:00 Uhr, ShowView 6.158.650




Auch am Dienstag:



Eine spannende Kriegsgeschichte von 1943 mit Bette Davis, die mit ihrem deutschen Widerständler und drei Kindern vor der Gestapo flieht. Beruht auf einem Bühnenstück von Lillian Hellmann, das von niemand geringerem als Dashiell Hammett für das Kino umgeschrieben wurde. DIE WACHT AM RHEIN, auf N3 um 00:35 Uhr, ShowView 5.438.051



Am Mittwoch:



Drama über die Unmöglichkeit zu lieben vom türkischen Festivalliebling Nuri Bilge Ceylan, der für UZAK viel Aufmerksamkeit bekam. Formal beindruckend, aber vielleicht ein wenig prätentiös. IKLIMER – JAHRESZEITEN auf arte um 23:30 Uhr, ShowView 7.672.490


Außerdem gibt es wieder eine Menge weiterer wohlbekannter Filme im Programm, etwa den Elmore-Leonard-Western VALDEZ; außerdem NOI ALBINÓI, THOMAS CROWN IST NICHT ZU FASSEN, AUSSER ATEM, CITIZEN KANE, CHARADE, die Rache-Dramen LADY VENGEANCE und OLDBOY und den fantastischen FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT mit der Musik von Miles Davis.


Eine Googleabfrage, die letzte Woche jemanden
aus Göttingen auf diese Seite führte: "Ran an die Möpse Sexszene".

Kommentare:

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  2. Bei Lars von Trier zeigt sich, dass die Angabe "OmU" für die Tonne ist: Denn um welche Originalsprache handelt es sich denn bitteschön. Von den 6 Filmen, die das Metropolis zeigt, ist tatsächlich nur ein enziger auf dansk: der Dogmafilm "Idioterne". Alle Fime übrigens harter Stoff, besonders die älteren, insbesonder das berühmte "Element of Crime" (ja, genau, die Band hat sich nach diesem Film benannt). Aber vielleicht würd ich das jetzt als gereifte Frau anders sehen als zu Jugendzeiten. Geht jemand hin?

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  3. @Silke

    Nun, nächsten Montag habe ich frei, da läuft "Element of crime" um 21.00 Uhr. Und vorher um 19.00 läuft auch noch Bunuels "Belle de jour". Quasi eine perfekte Gelegenheit sich ein "Harter Stoff"-Double-Feature zu gönnen. Lust mitzukommen?

    @Kinoprovinz

    Sorry, dass ich Dein Blog für einen Dating-Versuch missbrauche ;-)
    Dafür aber eine Zwischenfrage: hat es (neben Deiner Abneigung gegen Comic-Verfilmungen) einen besonderen Grund, dass Du den gestern gestarteten "X-Men Origins - Wolverine" nicht mit auflistest?

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  4. Hatte ich übersehen wegen des Mittwochstarts. Danke für den Hinweis, ist schon korrigiert.

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  5. @Thies:
    Endlich jemand, der vor hartem dänischen Stoff nicht zurückschreckt! Ich schaffe es leider erst zum Trier-Film, und das auch recht knapp, hoffentlich zu 20:45 Uhr. Ich bin dann die kleine, dicke, runzelige Frau mit der Weihnachtsmann-Plastiktüte. Wird mein erster Besuch im Metropolis-Exil, yes, endlich!
    Kinoprovinz, wie isses, wirst Du auch dabei sein? Zauberwort? Klar, hier kommt`s: Büddebüddebüdde.

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  6. Duplicity, den wollen einige nicht mögen, weil große Stars mitspielen. Aber die machen den Film nicht schlechter, ehrlich. Ich finde, der Film ist etwas besonderes, weil er einen entschleunigt und dann gaaanz langsam auf Touren bringt - ja genau, wie guter Sex. (http://schoener-denken.de/blog/index.php/duplicity-mr-und-mrs-spy/) Apropos Sex: Trotz sexiest man alive muss man Wolverine nicht sehen, kann man, muss man aber nicht. (http://schoener-denken.de/blog/index.php/wolverine-mit-ausgefahrenen-krallen/)

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  7. @die Frau mit der Weihnachtsmanntüte: Trotz dreifachem Büdde, ich hab leider keine Zeit. Viel Spaß mit dem harten Dänenstoff.

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  8. @Silke:

    Okay, ich werde dasein. Ob ich mir auch noch den Bunuel gebe, mache ich von meiner Tagesform abhängig. Ich bin dann der dickbäuchige Typ mit der ausgeprägten Halbglatze. Kurze Hosen und passende Feinripp-Unterhemden sind noch nicht vorhanden, können aber falls gefordert gerne besorgt werden. ;-)

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  9. Könnten wir vielleicht nächstes Mal Bilder von der Schicksalsbegegnung bekommen? Büddebüddebüdde!

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